Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Aktuell

Interpellation: Gleichberechtigung in der Gemeinde Horw

28. Mai 2021

Charlotte Schwegler und Mitunterzeichnende stellen dem Gemeinderat in einer Interpellation eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit den Anstrengungen der Gemeinde Horw im Bereich der Gleichstellung.

Gleichberechtigung von Mann und Frau ist bekanntlich auch heute noch nicht erreicht. Das widerspiegelt sich unter anderem in Unterschieden zwischen den Salären von Mann und Frau. Der unerklärte Lohnunterschied belief sich im Jahr 2018 in der Schweizer Gesamtwirtschaft auf 8.1 Prozent (monatlich durchschnittlich 686 Franken, Quelle: BFS). Wie den Medien zu entnehmen war, gibt es in der Horwer Verwaltung eine Lohndifferenz von 3 %. Obwohl dieser Wert im Vergleich zur Gesamtwirtschaft tief ist und unter dem vom Bund geforderten Wert liegt, müsste sich dieser Unterschied basierend auf dem Gleichstellungsprinzip in der Schweizer Verfassung auf 0 % belaufen. Die folgende Interpellation hat zum Ziel, Ausführungen zu den Anstrengungen der Gemeinde Horw im Bereich der Gleichstellung zu erhalten.
  1. Wie wird bei den Angestellten der Gemeinde Horw konkret sichergestellt, dass keine Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts vorkommt?
  2. In den Medien war zu lesen, dass in der Verwaltung der Gemeinde Horw ein unerklärter Lohnunterschied von 3 % existiert.
    1. Gibt es inzwischen Erklärungen dazu, wie diese 3% zustande kommen?
    2. Was sieht die Gemeinde Horw vor, um diese Ungleichheit zu bereinigen?
    3. Werden neue oder zusätzliche Massnahmen ins Auge gefasst?
  3. Welche Stellen/Faktoren werden bei der Analyse miteinander verglichen? Werden dabei auch die Löhne zwischen branchenunterschiedlichen, aber im Ausbildungstyp ähnlichen Berufen verglichen?
  4. Welche Anforderungen stellt die Gemeinde Horw an private Firmen im Rahmen ihrer Ausschreibungen (z. B. Dienstleistungsfirmen)? Werden Aufträge nur an Firmen vergeben, die hinsichtlich der Lohngleichheit der Gesetzgebung oder dem Gesamtarbeitsvertrag der Branche entsprechen (z.B. analog Gemeinde Emmen)?
  5. Welchen Einfluss nimmt die Gemeinde als Alleinaktionärin auf die faire Lohnentwicklung bei den Angestellten im Kirchfeld?
  6. Gibt es eine Anlaufstelle für Gleichberechtigung für Gemeindemitarbeitende?
Auch im Bereich der Kaderstellen sind Frauen in Horw untervertreten.
  1. Welche Bestrebungen werden unternommen, damit Kaderstellen für Frauen attraktiver werden?
  2. Sind neue oder zusätzliche Massnahmen geplant, um Frauen in Kaderpositionen zu fördern?
  3. Wie sieht die allgemeine Frauenförderung in der kommunalen Verwaltung aus?
Eine genderinklusive Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Wie die Dokumente zuhanden des Einwohnerrates in der Vergangenheit gezeigt haben, wird diese nicht oder nicht konsequent praktiziert.
  1. Welche Richtlinien existieren in der Horwer Verwaltung, um eine genderinklusive Sprache in der Verwaltung zu gewährleisten und zu regeln?
    1. Falls keine klaren Richtlinien (beispielsweise wie der «Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren» des Bundes) bestehen, sind solche zukünftig vorgesehen?
    2. Falls klare Richtlinien in der Verwaltung bestehen, was beinhalten diese? Wo können diese von Externen eingesehen werden? Wie werden diese intern kommuniziert? Wie wird die Einhaltung durchgesetzt/kontrolliert?
  2. Ist die Einführung des Gendersterns o.ä. in Zukunft vorgesehen, um auch Menschen, die sich ausserhalb der traditionellen Geschlechtereinteilung verstehen, ebenfalls inkludiert werden?
Wir danken für die Beantwortung dieser Fragen.