Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2011

Motion betreffend Quartierentwicklungsbericht für die Gemeinde Emmen

Archiv: 5. Juli 2011

Emmen: Monique Frey und Mitunterzeichnende fordern namens der SP-/Grünen-Fraktion den Gemeinderat in einer Motion vom 5. Juli 2011 auf, zuhanden des Einwohnerrates einen umfassenden Quartierentwicklungsbericht zu erstellen, der die einzelnen Quartiere analysiert und wichtige bedürfnisorientierte Massnahmen für die zukünftige Entwicklung aufzeigt.

In der Diskussion um das Projekt starke Stadtregion Luzern wurde die Wichtigkeit der Quartiere in der angestrebten viertgrössten Stadt stets mit hoher Priorität hervorgehoben. Leider ist der Prozess im Moment blockiert und auf die lange Bank geschoben. Nun sollen Forderungen und Erkenntnisse aus dem Bericht auch für die Gemeinde Emmen angegangen werden. Umso mehr als die Stadt Luzern ein Quartierleitbild erarbeitet hat. Um Emmens Attraktivität gegenüber anderen Gemeinden zu erhalten, ob mit oder ohne weitergehende Zusammenarbeit, soll auch die Gemeinde Emmen die Quartierentwicklung stärken und in einem Quartierentwicklungsbericht die dazu nötigen Schritte aufzeigen.

Die Leitsätze der Gemeinde Emmen u.a. "Wir sind eine vitale Gemeinde mit lebenswerten Quartieren.", "Wir fördern das Miteinander von Bevölkerung und Politik." und "Wir fördern das Zusammenleben aller Kulturen und sozialen Schichten." tragen massgeblich dazu bei, wie sich Emmen in der Zukunft erfolgreich entwickeln und behaupten wird. Der nahe Lebensraum ist wichtig, um sich geborgen und daheim zu fühlen und um eine Quartieridentität zu entwickeln. Wer sich mit seiner Umgebung identifiziert, ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag an das Gemeinwohl zu leisten. Jedes Quartier zeichnet sich durch individuelle Eigenheiten, aber auch spezifische Problempunkte aus. Nicht jedes Quartier benötigt die gleichen Entwicklungsschritte, da sich die Infrastruktur (städtebaulich, sozial und verkehrstechnisch) stark unterscheidet.

Lebendige Quartiere zeichnen sich durch intakte Begegnungsorte, sichere Erschliessungswege, bedürfnisorientierte Kinderbetreuungsangebote, gute Schulen, attraktive Einkaufsmöglichkeiten usw. aus. Nicht nur in einer grösseren Stadtregion Luzern braucht es Quartierdemokratie und -mitsprache. Auch in der Gemeinde Emmen müssen die heutigen Quartiere mit ihren Vereinen gestärkt werden. Es wäre möglich, diese Organisationen in der Gemeindeordnung zu verankern, ihnen einen Beitrag zuzusprechen und diese (wirklich kleinräumige) Entscheide selber treffen zu lassen. In Fragen der Ortsplanung und des Verkehrs sollen die Quartierorganisationen mindestens ein Antragsrecht an Parlament und Gemeinderat erhalten. Das Instrument der Volksmotion muss erneut in der Gemeinde geprüft werden, auch die Möglichkeit diese als Quartiermotion zu nutzen.

Wir fordern den Gemeinderat auf, zuhanden des Einwohnerrates einen umfassenden Quartierentwicklungsbericht zu erstellen, der die einzelnen Quartiere analysiert und wichtige bedürfnisorientierte Massnahmen für die zukünftige Entwicklung aufzeigt.