Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2010

Grüne unterstützen Städte Initiative umverkehR

Archiv: 30. April 2010

Die Fraktion der Jungen Grünen und der Grünen bedauert, dass der Grosse Stadtrat an seiner Sitzung vom 29. April die Städte Initiative abgelehnt hat. Damit verpasst es die Stadt Luzern, den öffentlichen Verkehr sowie den Langsamverkehr mit griffigen Zielen konsequent zu fördern.

Medienmitteilung Fraktion Junge Grüne und Grüne im Grossen Stadtrat Luzern

Um die städtischen Verkehrsprobleme mit einem nachhaltigen Ansatz anzugehen, hat umverkehR die Städte-Initiative lanciert. Die Initiative verlangt, den heutigen Anteil an öV- und Langsamverkehr innert 10 Jahren um 10% zu steigern und dies in der GO der Stadt Luzern festzuhalten.

Der vom Stadtrat ausgearbeitete Gegenvorschlag nimmt wichtige Punkte und Projekte der Verkehrsproblematik auf, ganz im Sinne der Charta für nachhaltige städtische Mobilität. Leider sind diese aber unverbindlich und ohne zeitlichen Horizont formuliert. Zudem sind mit dem vorgeschlagenen Reglement auch Umfahrungsstrassen vorgesehen, obwohl die Erfahrungen und auch aktuelle Beispiele zeigen, dass der Ausbau von Strassenkapazitäten Mehrverkehr generiert. Der Gegenvorschlag geht in die richtige Richtung, reicht aber nicht. Für eine wirklich nachhaltige Mobilität braucht es griffige Ziele.

In der Diskussion um die städtischen Verkehrsprobleme darf nicht vergessen werden, wie eng Siedlung und Verkehr verknüpft sind. Der Platz in dicht besiedelten urbanen Räumen ist beschränkt, ist auch beschränkt für Strasseninfrastrukturbauten. Eine nachhaltige Raumentwicklung erfordert zwingend eine Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf den Langsamverkehr. Mit der durch die BZO-Revision beabsichtigten inneren Verdichtung werden sich mehr Menschen auf dem gleichen Raum bewegen. Um die Lebensqualität in unserer Stadt zu erhalten und gar zu verbessern, muss es die konsequente Strategie der Stadt sein, den daraus generierenden Mehrverkehr mit dem öV- und Langsamverkehr abzufangen und Kapazitäten dafür zu schaffen. Die Städte Initiative trägt diesem Umstand Rechnung.

Die Fraktion der Jungen Grünen und der Grünen sagt ja zu einer zukunftsträchtigen, nachhaltigen städtischen Mobilität. Sie unterstützt deshalb die Städte Initiative umverkehR. Sie stimmt auch dem stadträtlichen Gegenvorschlag zu, weil er immer noch besser ist als gar Nichts.