Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2006

Luzern: umweltUNfreundlichste Stadt der Schweiz!

Archiv: 20. September 2006

Zürich, Genf, Bern, Basel, Lausanne und Winterthur tun es. Nur Luzern nicht. Die Stadt Luzern nimmt dieses Jahr am weltweiten Aktionstag "ohne mein Auto in die Stadt!" vom 22. September nicht teil. Die Jungen Grünen Luzern finden dies absolut skandalös.

Medienmitteilung Junge Grüne Luzern

Die fünf grössten und viele andere Städte der Schweiz machen am 22. September beim Aktionstag "ohne mein Auto in die Stadt!" mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt Klimaschutz mit. Doch die Stadt Luzern, die im Übrigen eines der grössten Verkehrsprobleme der Schweiz hat, hält es nicht für nötig mitzumachen.

Die Jungen Grünen Luzern finden diesen Entscheid des Stadtrates absolut skandalös und fordern die Stadtregierung dringest auf im nächsten Jahr wieder am Aktionstag teilzunehmen. Ansonsten werden sich die Jungen Grünen überlegen selbst aktiv zu werden.

Interessant ist, dass der Grosse Stadtrat am 30. Juni 2005 das Postulat "für eine Aufwertung des europäischen Aktionstages «ohne mein Auto in die Stadt!»" von Zora Schelbert an den Stadtrat überwiesen hatte. Zora Schelbert forderte darin "den Einbezug der städtischen Bevölkerung in die Planung dieses Aktionstages mittels einer (...) Projektgruppe zu prüfen." Dieser Forderung kam der Stadtrat zwar nach. Stadträtin Stämmer organisierte einen Workshop, bei dem verschiedene Aktionsideen erarbeitet wurden. Doch die Stadtregierung wählte danach den einfachsten und aufwandlosesten Weg und teilte am 12. Juli 2006 folgenden Entscheid mit: "Die vorgeschlagenen Aktionsideen (...) lehnt der Stadtrat ab."

Der Stadtrat hält anscheinend nichts von der Meinung des Parlamentes, dafür aber umso mehr von Auto fördernder und umweltunfreundlicher Politik.

Zudem scheint sich der Stadtrat auch nicht mehr an seine Meinung vom Jahre 2000 zu erinnern. So sah er damals in seiner Antwort auf das Postulat 370 1996/2000 "Unterstützung des europäischen Aktionstages «Ohne Auto in die Stadt!»" noch die Möglichkeit, mit der Durchführung des Aktionstages "die Bevölkerung auf die Probleme des Verkehrs (Lärm- und Luftimmissionen) zu sensibilisieren". Denn "die vorübergehend neu gewonnene Ruhe wird von den AnwohnerInnen erfahrungsgemäss sehr geschätzt", wie "Referenzanlässe im In- und Ausland" gezeigt haben.