Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2005

Fragen zur Situation von Schulabgänger/innen ohne Stelle

Archiv: 7. März 2005

Anfrage von Patrick Graf, namens der GB-Fraktion

Die seit langem herbeigesehnte Konjunkturerholung ist bisher leider nicht im erhofften Mass eingetroffen. Dies zeigen insbesondere die Arbeitslosenzahlen, die nach einer kurzzeitigen Verbesserung wieder weiter steigen. Ganz besonders unter dieser Situation zu leiden haben Jugendliche, die nach der Schule trotz intensiver Bemühungen keine Lehrstelle finden. Für diese Jugendlichen ist es schwer, trotzdem motiviert zu bleiben und die Freude am Leben, am Lernen und am Arbeiten nicht zu verlieren. Entsprechend gross ist die Gefahr, dass sie auf der Strasse «herumhängen» und sich die Chancen auf einen Einstieg ins Arbeitsleben weiter verschlechtern. Es muss in unser allem Interesse sein, zu verhindern, dass Jugendliche direkt von der Schule in den Teufelskreis geraten von fehlender Arbeit, sozialer Isolation, immer grösserer Frustration, Armut und oft auch Suchtproblemen.

In diesem Zusammenhang stelle ich folgende Fragen:
  1. Wie viele Schulabgänger und -abgängerinnen waren in den letzten Jahren ohne Lehrstelle, und wie sieht die Prognose für die nächsten Jahre aus?
  2. Trifft es zu, dass Auffangangebote vom Kompetenzzentrum SOS «Schulabgänger/innen ohne Stelle» und vom kantonalen «Motivationssemester» überlastet sind und viele Jugendliche keinen Platz mehr finden?
  3. Wie viele Jugendliche sind das, und was passiert mit ihnen? Gibt es Wartelisten? Wie lange ist die Wartezeit?
  4. Diese Auffangangebote dauern meist nur wenige Monate. Das bedeutet, dass die Teilnehmenden nach kurzer Zeit wieder «auf der Strasse landen». Gibt es Pläne, diese Situation zu verbessern? Welche Massnahmen sind dafür vorgesehen?
  5. Wie gross sind die Kosten (bzw. Investitionen) in solche Massnahmen verglichen mit den Kosten drohender langzeitiger Arbeitslosigkeit?
  6. Die Jugendlichen werden ja über das RAV an diese Programme vermittelt respektive vom RAV betreut, wenn sie auf einen SOS-Platz warten. Wie sieht die Betreuung der Jugendlichen beim RAV aus? Ist sie besonders intensiv oder gleich wie bei Erwachsenen? Wie gehen die RAV auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme der Jugendlichen ein?