Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Aktuell

Motion: Erarbeitung der Kulturstrategie breit abstützen

18. Februar 2021

Christov Rolla, Michael Zeier-Rast, Adrian Albisser, Tamara Celato, Mike Hauser, Marc Lustenberger, Jona Studhalter, Judith Wyrsch und Lisa Zanolla namens der Bildungskommission fordern den Stadtrat mit einer Motion auf, die Erarbeitung der neuen Kulturstrategie in der Kulturszene breit abzustützen und interdisziplinäre Anknüpfungspunkte mit Kreativwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft und weiteren Feldern aufzunehmen.

Die Kulturagenda 2020 hat ihren Lebenszyklus durchschritten. Gut 10 Jahre nach der letzten kulturpolitischen Strategiediskussion steht die Stadt Luzern vor der Aufgabe, die Wirkung dieser Strategie zu durchleuchten und neue Ziele zu formulieren.

Die städtische Kulturpolitik ist dabei in einen grösseren Kontext eingebunden: Entwicklungen bei den Akteurinnen und Akteuren selber, die Zusammenarbeit mit dem Kanton als wichtiger Partner sowie die Veränderungen der regionalen Kulturförderung (RKK) prägen den Hintergrund massgeblich. Damit die Stadt Luzern auch künftig als Kulturstadt leuchtet und über eine starke und gut verankerte Kulturszene verfügt, sind gerade in den kommenden Jahren Anstrengungen nötig. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur sind enorm und sie dürften nachhallen. Damit hier nicht ein Rückschritt einsetzt, gilt es, die Rahmenbedingungen für Künstlerinnen und Künstler, für Institutionen und für das Publikum zu festigen und zu verbessern. Konkret geht es um ausreichende Fördermittel, eine funktionierende Infrastruktur, nachhaltige Anreize und ein inspirierendes
Umfeld.

Eine kulturpolitische Standortbestimmung ist dann wirkungsvoll, wenn sie allen Involvierten die Möglichkeit gibt, sich dazu zu äussern und dazu beizutragen. Luzerns Kulturszene ist heterogen und dicht. Die IG Kultur Luzern vereint über 140 Institutionen, Organisationen und Kultur- sowie Kunstschaffende, die in der Stadt tätig sind. Diese vertikale Struktur der Kulturszene mit wenigen grossen und vielen kleinen Playern darf nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sie muss in der Erarbeitung der künftigen Strategie eingebunden sein, damit sich mögliche Synergien überprüfen und stärken lassen.

Der Kulturbegriff hat in seiner Definition in den vergangenen Jahren eine Ausweitung erlebt. Die Verflechtung kultureller Arbeit mit dem Bereich der Kreativwirtschaft hat zugenommen, eine ähnliche Entwicklung könnte künftig im Bereich des Tourismus oder in anderen Bereichen einsetzen. Auch der Ausbildungsplatz Luzern hat im Kulturkontext in den vergangenen 10 Jahren an Relevanz und Ausstrahlung dazugewonnen, das belegt die Entwicklung der Hochschule Luzern, notabene der Ausbau der Standorte für die Departemente Design und Kunst sowie Musik.

Wir fordern den Stadtrat auf, die Erarbeitung der neuen Kulturstrategie in der Kulturszene breit abzustützen und interdisziplinäre Anknüpfungspunkte mit Kreativwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft und weiteren Feldern aufzunehmen. Zudem bitten wir den Stadtrat, den Planungsbericht mit der neuen kulturpolitischen Strategie bis Ende 2022 vorzulegen.