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Untragbare Kita-Situation: Nun steht der Kanton Luzern in der Pflicht

6. April 2020

Die Grünen und die SP Kanton Luzern sind ernüchtert darüber, dass der Bundesrat keine finanzielle Unterstützung der Kitas und Tagesfamilienorganisationen (TFO) während der Corona-Krise beschlossen hat und die Verantwortung auf die Kantone und Gemeinden abschiebt. Sie fordern deshalb den Kanton Luzern dazu auf, endlich aktiv zu werden und die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung sicherstellen, so wie das andere Kantone und Gemeinden bereits tun.

SP und Grüne sind enttäuscht, dass der Bundesrat für die Finanzierung der Kitas und TFO während der Corona-Krise immer noch keine Lösung bereithält. In der ganzen Schweiz müssen einerseits die Kitas und TFO eine Notbetreuung von Kindern in Kleinstgruppen aufrechterhalten. Andererseits erfolgt der Appell, dass Eltern, wenn immer irgendwie möglich, ihre Kinder selbst betreuen sollen. Trotzdem sollen sie weiterhin für die Kosten aufkommen. «Alle Eltern, die ihre Kinder privat zuhause in der Kernfamilie betreuen, leisten einen zentralen Beitrag in der Bekämpfung des Coronavirus. Sie nun dafür finanziell zu bestrafen, macht keinen Sinn», sagt SP-Kantonsrat Urban Sager.

Auf der anderen Seite ist klar, dass die Kitas weiterhin auf Einnahmen angewiesen sind. Auch wenn sie Kurzarbeit für alle oder einen Teil der Mitarbeitenden anmelden können, so bleiben doch die finanziellen Ausfälle der Miete sowie weiterer Fixkosten (aus Erfahrung und gemäss Verband rund 20% der Gesamtkosten der Kita) ungedeckt.

Die beiden Parteien fordern den Regierungsrat deshalb dazu auf, aktiv zu werden und für die Eltern, die Kitas und die TFO endlich Sicherheit zu schaffen. Die Parteien erwarten, dass rasch eine Lösung vorliegt, um die luzernischen Kitas und TFO finanziell zu entlasten, so wie das andere Kantone und Gemeinden bereits tun. Grüne-Kantonsrätin Noëlle Bucher sagt dazu: «Die Kitas und die Tagesfamilien sind für unsere Gesellschaft und Wirtschaft systemrelevant. Der Kanton Luzern muss ihre Sorgen und Herausforderungen endlich wahrnehmen, um nicht Strukturen zu zerstören, auf die wir nach der Krise wieder angewiesen sind.»