Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Aktuell

Anfrage über die Klimastrategie für die Anlagen der Luzerner Pensionskasse LUPK

17. Juni 2019

Urban Frye und Mitunterzeichnende erkundigen sich mit einer Anfrage beim Regierungsrat, wie er sich bei der Luzerner Pensionskasse LUKP einzusetzen gedenkt, damit ihr Anlagereglement mit den vorhandenen Bestimmungen zum nachhaltigen und klimarisikobewussten Anlegen auch wirklich umgesetzt wird.

Die Schweiz ist der wichtigste Finanzplatz der Welt geworden. Mit 7300 Milliarden Franken betreut sie fast 30 Prozent des weltweit verwalteten Vermögens. Damit trägt die Schweiz, auch wenn ihr direkt verursachter Einfluss auf den Klimawandel gering ist, eine grosse Mitverantwortung, verfügt aber auch über die Umsetzung von Anlagestrategien über einen erheblichen Einfluss zur Erreichung der Klimaziele.

Institutionelle Anleger wiederum, also vor allem die Pensionskassen, verwalten gut 800 Milliarden Franken. Gesamthaft haben die Pensionskassen laut einer Studie des Bundes die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt und unterstützen mit ihren Strategien eine Erderwärmung von 4 bis 6 Grad. Das Ziel ist 1,5 bis 2 Grad.

Die Luzerner Pensionskasse hat sich bereits auf den Weg gemacht. Nachhaltigkeitskriterien (Environmental Social Governance [ESG]) und Ausschlusskriterien werden durch die Luzerner Pensionskasse beachtet, das heisst, Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes zum Beispiel in Rüstung, Tabak, Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen.

Seit April 2019 bekennt sich die Luzerner Pensionskasse zu einer echten Klimastrategie und dazu, dass ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht die Klimarisiken einschliesst. Sie ist damit zusammen mit der Pensionskasse des Kantons Zürich unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz eine der beiden Institutionen, die bereits den Pfad der Dekarbonisierung eingeschlagen haben.

Um jedoch den bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen, muss die Luzerner Pensionskasse ihr Anlagereglement weiter anpassen. Der Regierungsrat als oberster Vertreter des Arbeitgebers trägt dabei eine entscheidende Verantwortung.

Dazu stellen sich folgende Fragen:
  1. Wie gedenkt der Regierungsrat sich bei der Luzerner Pensionskasse dafür einzusetzen, dass ihr Anlagereglement mit den vorhandenen Bestimmungen zum nachhaltigen und klimarisikobewussten Anlegen auch wirklich umgesetzt wird? Welche Herausforderungen stellen sich der Luzerner Pensionskasse bei der Umsetzung?
  2. Gedenkt der Regierungsrat sich bei der Luzerner Pensionskasse dafür einzusetzen,
    1. dass sie die Klimarisiken und -chancen in ihrem Anlageprozess und in den einzelnen Anlagevorschriften für die Asset-Manager präzisiert,
    2. dass sie insbesondere für die Wertschriften eine Klimastrategie formuliert, in der sie definiert, wie und ab wann sie 1,5-Grad-konform investieren wird,
    3. dass sie auf dem Weg zu diesem Ziel einer schnellen Dekarbonisierung des Portfolios Priorität beimisst und dass sie sich dabei messbare Ziele und Fristen setzt?
    Welche Herausforderungen stellen sich der Luzerner Pensionskasse bei diesen Anliegen?
  3. Gedenkt der Regierungsrat, sich bei der Luzerner Pensionskasse dafür einzusetzen,
    1. dass sie Klimawandel und Klimarisiken als eines der Hauptanliegen für ihr Engagement und ihre Stimmrechtsausübung im In- und Ausland integriert,
    2. damit sie diese Instrumente nutzt, um mit gewissen Unternehmungen, die möglicherweise noch zu hohe Emissionen haben, deren Geschäftsmodell aber Aussichten auf einen 1,5-Grad-konformen Klimapfad bietet, in den Dialog zu treten und ihren Weg zu klimafreundlichem Wirtschaften positiv zu beeinflussen,
    3. dass sie dabei inhaltlich definierte Ziele, messbare Erfolgskriterien und Ausstiegsfristen bei Nichterfüllung setzt und bei Misserfolg im Rahmen ihres Dekarbonisierungspfades auf die entsprechenden Titel verzichtet?
    Welche Herausforderungen stellen sich der Luzerner Pensionskasse bei diesen Anliegen?
  4. Gedenkt der Regierungsrat sich bei der Luzerner Pensionskasse dafür einzusetzen,
    1. dass sie auf geeignete Art gegenüber ihren Versicherten und gegenüber der Öffentlichkeit die notwendige Transparenz über ihre Vermögensanlagen und deren Klimarisiken gewährleistet,
    2. dass sie innerhalb des Geschäftsberichts einen Bericht über die Klimaverträglichkeit der Anlagen verfasst und die Wirkung ihrer Engagement-Aktivitäten und ihr Stimmverhalten an den Generalversammlungen gegenüber der Öffentlichkeit offenlegt?
    Welche Herausforderungen stellen sich der Luzerner Pensionskasse bei diesen Anliegen?
  5. Gedenkt der Regierungsrat der Luzerner Pensionskasse vorzuschlagen, nach Bedarf die Zusammenarbeit mit anderen öffentlich-rechtlichen Pensionskassen zu suchen, um die Kosten zur Beratung, zur Bewirtschaftung von passenden, eventuell neu zu schaffenden Anlageprodukten durch auf Nachhaltigkeitsaspekte spezialisierte Vermögensverwaltungsinstitute sowie zur Wahrnehmung des Engagement-Auftrags gering halten zu können?