Grüne Vorstösse im Stadtparlament Luzern - Archiv 2012

Auswirkungen des neuen Seetalplatzes für die Stadt Luzern

Archiv: 16. Februar 2012

Nico van der Heiden namens der SP-/JUSO-Fraktion und Ali R. Celik und Christian Hochstrasser namens der Grünen-/Jungen-Grünen-Fraktion möchten in einer Interpellation vom 16. Februar 2012 vom Stadtrat wissen, wie sich die geplante Neugestaltung des Seetalplatzes auf die Verkehrssituation in der Stadt Luzern auswirkt.

Dass die gegenwärtige Situation am Seetalplatz unerfreulich ist, ist unbestritten. Den Verkehrsmoloch Seetalplatz neu zu konzipieren und mit den aktuellen Anforderungen im Bereich Hochwasserschutz zu verknüpfen, ist sinnvoll. Die zusätzlichen Bus- und Velospuren sind auch aus unserer Sicht unbestritten. Das momentan vorliegende Projekt geht jedoch weit darüber hinaus, da massiv mehr Strassenraum erstellt werden soll. Insbesondere die anvisierte Kapazitätssteigerung für den motorisierten Individualverkehr von bis zu 30% sorgt für rote (und grüne) Köpfe.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Neugestaltung des Seetalplatzes um ein kantonales Strassenbauprojekt, das die Stadt Luzern auf den ersten Blick nur marginal betrifft. Auf den zweiten Blick zeigt sich jedoch, dass die Gebiete Baselstrasse und Littauerboden vom Projekt massiv tangiert werden. Die Auswirkungen der gesteigerten Kapazität des Seetalplatzes auf die Hauptstrasse/Baselstrasse und die Rothenstrasse/Thorenbergstrasse sind unklar, respektive benötigen allfällig flankierende Massnahmen. Die Stimmbevölkerung der Stadt Luzern hat sich klar für die Charta für eine nachhaltige städtische Mobilität ausgesprochen. Diese besagt, dass der Mehrverkehr einzig und alleine durch ÖV, Fuss- und Langsamverkehr abzufangen sei.

Wir bitten den Stadtrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten:
  1. Mit welcher Zunahme an MIV ist an der Hauptstrasse/Baselstrasse und an der Rothenstrasse/Thorenbergstrasse zu rechnen, wenn das Projekt Seetalplatz realisiert wird, so wie es die Regierung des Kantons Luzern vorschlägt?
  2. Wie gedenkt der Stadtrat den dort generierten Mehrverkehr andernorts zu kompensieren, um der Charta für eine nachhaltige städtische Mobilität zu entsprechen?
  3. Welche flankierenden Massnahmen sind auf Stadtgebiet geplant, um den Mehrverkehr zu regulieren?
  4. Welche flankierenden Massnahmen sind geplant, um das Fortkommen mit dem ÖV auf der Hauptstrasse/Baselstrasse zu gewährleisten?