Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2011

Eröffnung Rontalzubringer und flankierende Massnahmen

Archiv: 9. Juni 2011

Am Samstag, 11. Juni 2011, wird der Rontalzubringer mit einem Fest eröffnet. Der Wohnbevölkerung von Ebikon, dem Rontal und der Stadt Luzern kann aber nicht nach Feiern zu Mute sein. Die flankierenden Massnahmen zum überteuerten Prestigeobjekt Rontalzubringer wurden zurückgestellt. Das Baudepartement des Kantons Luzern nimmt damit bewusst in Kauf, dass die Achse Luzern ‐ Ebikon ‐ Dierikon mit Verkehr geflutet statt entlastet wird und die Busse weiterhin im Stau stecken bleiben.

Nun ist der Rontalzubringer fertig und von den flankierenden Massnahmen fehlt nach wie vor jede Spur. Auf mehrere Schreiben des Gemeinderates und aller (!) Parteien in Ebikon an den Regierungsrat für eine Einführung von Tempo 50 statt 60 auf der Luzernerstrasse wurde ablehnend, schwach begründet und unter anderem mit Bezug auf eine Verordnung und dem höhnischen Verweis auf ein Schreiben des Gemeinderates von 1984 geantwortet (siehe Beilage). Die Gemeinde hat Beschwerde eingereicht , das Verwaltungsgericht ist nicht auf die Beschwerde eingetreten.

Die Grünen setzen sich für Wohn- und Lebensqualität ein und wehren sich gegen diese Verzögerungstaktik. Es ist dringend erforderlich, dass die flankierenden Massnahmen in Ebikon umgesetzt werden. Rasche und kostengünstige Lösungen wären möglich, bisher fehlte es am nötigen Willen des Kantons. Die Grünen setzen sich in Ebikon, in der Stadt Luzern und im Kantonsrat weiterhin konsequent für eine Verbesserung der Verkehrssituation im Rontal ein.

Die Fehlplanung muss nun die Bevölkerung rund um den neuen Zubringer ausbaden
Der Kanton hat zum Rontalzubringer sogenannte flankierende Massnahmen erarbeitet, damit die umliegenden Quartiere und Gemeinden vom Verkehr entlastet werden und die Strassen nicht sofort wieder verstopft werden. Die zusätzlichen Strassenkapazitäten könnten im ganzen Einzugsgebiet zu Verkehrsentlastungen führen, wenn die flankierenden Massnahmen umgesetzt würden.

Hauptargument für den Rontalzubringer liegt weiterhin auf Eis
Der Rontalzubringer wurde vor allem deshalb erstellt, weil mit «Ebisquare» ein Projekt lanciert wurde, das Mehrverkehr für den motorisierten Individualverkehr MIV ausgelöst hätte und damit die Strasseninfrastruktur im Rontal nicht ausreichend gewesen wäre. Dort wo Ebisquare stehen würde, ist noch immer unbebautes Land, das Projekt ist seit Jahren auf Eis gelegt.

Von einer Aufwertung würden die EbikonerInnen und weite Teile der Stadtregion profitieren
Es ist ein Hohn, wenn ein Projekt, welches hohe Baukosten und alleine 25 Millionen Kostenüberschreitung verursachte, nun ohne die in Aussicht gestellten und dringend notwendigen flankierenden Massnahmen fertig gestellt wird. Insbesondere die Luzernerstrasse in Ebikon könnte durch die Autobahnentlastung neu zu einer Dorfstrasse aufgewertet werden. Dazu gehört auch eine Reduktion auf Tempo 50 statt 60, die Schaffung von Velostreifen zwischen M-Park und Schlösslistrasse, die Erstellung einer Baumallee und die Verbesserung von Knoten, Lichtsignalanlagen zur gezielten Verkehrslenkung. Damit die Busse Richtung Luzern nicht im Stau stecken bleiben, ist eine Busspur zwischen Schmiedhof und Ebikon Falken dringend nötig. Diese ist mit einer Pförtneranlage Richtung Stadt abzuschliessen, damit der öV flüssig in die Stadt geführt werden kann. Damit könnten die frequenzstärksten Buslinien im Kanton Luzern beschleunigt werden und deutlich zuverlässiger funktionieren. Damit würden die Strassen bis in die Stadt Luzern entlastet und prioritär dem raumeffizienten öffentlichen Verkehr zugeteilt.