Grüne Vorstösse in Agglomeration und Gemeinden - Archiv 2011

Energiepolitisches Programm effizient umsetzen

Archiv: 27. April 2011

Horw: Heiri Schwegler-Bächler von der L20 und Mitunterzeichnende fordern den Gemeinderat in einem Postulat vom 27. April 2011 auf, das energiepolitische Programm zu überprüfen und eventuell anzupassen.

Im Bericht und Antrag Nr. 1435 "Planungsbericht energiepolitisches Programm" (Sept. 2010) sieht der Gemeinderat vor, für das Energiepolitische Programm jährlich Fr. 20'000.00 für Fördermassnahmen aufzuwenden. Mit diesem Betrag sollen der Gebäudeenergieausweis GEAK, die Energieberatungen und Photovoltaikanlagen gefördert werden. Die jährliche Beitragshöhe wird jeweils im Budget durch den Einwohnerrat festgelegt werden. Bund und Kanton bieten ebenfalls Förderprogramme an; zurzeit verfügen diese über genügend finanzielle Mittel, um die nötigen Anreize ‐ auch auf kommunaler Ebene ‐ zu schaffen.

Über die Effizienz und die Form der Gemeindebeiträge entstehen im Rat immer wieder Diskussionen. Einerseits ist das Zeichen des Engagements der Gemeinde an die Bevölkerung sehr wertvoll, anderseits aber ist in Anbetracht der eher knappen Mittel der Verwendungszweck hinsichtlich der energetischen und der Verteilwirkung zu überprüfen.

Mittlerweile gäbe es für die Gemeinde diverse effizientere Möglichkeiten, mit bescheidenen finanziellen Mitteln eine gute Wirkung zu erzielen.

Die additive Direktförderung von Privaten auf Gemeindeebene erscheint vor diesem Hintergrund nicht unbedingt optimal.

Ein zielgerichteter Einsatz der kommunalen Mittel zur Förderung der Stromeffizienz und von erneuerbarem Strom drängt sich geradezu auf.

Zum einen wäre da die Möglichkeit, konsequent energie- bzw. stromsparende Massnahmen in den gemeindeeigenen Gebäuden umzusetzen. Professionelle und bewährte Hilfestellung könnte dazu die Beratungsorganisation energho bieten. Der Partner von Energie Schweiz hat eine sehr gute Erfolgsbilanz bei der Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in grossen öffentlichen Bauten durch Betriebsoptimierung und beim Einsatz von erneuerbaren Energien.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Ökostrom für den Eigengebrauch der Gemeinde Horw. Auf dem Markt bieten verschiedene Anbieter Ökostrom von hoher Qualität (mit Zertifikat "Naturmade Star") an aus Solar-, Biomasse-, Wind- oder Wasserkraftanlagen. Auch sind Beteiligungen an solchen Anlagen denkbar. Mit einem solchen Engagement wären alle Bürgerinnen und Bürger von Horw am ökologischen Mehrwert ihres "investierten" Fördergelds beteiligt und nicht nur einzelne Private.

Der Gemeinderat soll diese vier Möglichkeiten prüfen und das Energiepolitische Programm ist allenfalls anzupassen.

Werden die kommunalen Fördermittel auch auf diese Weise verwendet, ergibt sich daraus eine Vorbildwirkung der Gemeinde. Und das ist ein wichtiger Schritt, um auch die Bürgerinnen und Bürger zum bewussten Einkauf und Umgang mit Strom zu animieren.

Mitunterzeichnende:
Konrad Durrer, L2O
Rita Wyss, L2O