Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2010

Oberrickenbach soll städtisches Ferienheim bleiben!

Archiv: 26. Mai 2010

Stadtrat und die Mehrheit des Parlamentes legen den StimmbürgerInnen eine Abbau-Vorlage vor, sie wollen die letzten beiden Ferienhäuser verkaufen und die Stiftung Ferienheime finanziell aushöhlen. Das Komitee "Ferienheim Oberrickenbach retten" hält dagegen und will Oberrickenbach erhalten.

Medienmitteilung Komitee "Ferienheim Oberrickenbach retten"

Die Stadt will ‐ neben dem Ferienheim Bürchen ‐ auch das Ferienheim Oberrickenbach verkaufen. Dies würde das Ende einer rund 100jährigen Tradition bedeuten, wie sie noch in fast allen Deutschschweizer Städten betrieben wird: Eine Stadt führt Ferienheime, damit Kinder, auch jene aus minderbemittelten Familien, Ferien in gesunder Umgebung verbringen können. Ein Bedürfnis, das sich zwar gewandelt hat, aber immer noch besteht. Tatsache ist auch: Klassen- und Ferienlager sind einmalige Erlebnisse für Kinder und fördern den Gemeinschaftssinn, schaffen soziale Kontakte und animieren zu kreativen Aktivitäten.

Die Stadt hat das Ferienheim Oberrickenbach in den vergangenen Jahren verlottern lassen. Zwar hat das Stadtparlament bereits 2005 einen Kredit für eine Renovation gesprochen, doch hat der Stadtrat es dann unterlassen, den Beschluss zielstrebig umzusetzen. Nun wollen der Stadtrat und die bürgerliche Mehrheit des Stadtparlamentes sich aus der Verantwortung ziehen und das Ferienheim verkaufen. Die Nachteile des Verkaufes sind offensichtlich: Zu den begehrten Daten (Winter- und Sommerferien) sind Häuser mit ähnlicher Lage und Infrastruktur wie die städtischen Ferien- und Lagerhäuser über mehrere Jahre ausgebucht. Vor vier Jahren hat auch der Stadtrat noch festgehalten. «Mit der Weiterführung des Betriebes eigener Ferienheime haben die Stadtschulen (...) weiterhin den Vorrang gegenüber Dritten bei der Belegung der Heime. Ohne eigene Heime können Klassenlager nicht mehr wie gewünscht durchgeführt werden, d. h. es würde kaum mehr von Interesse sein, überhaupt noch Lager durchzuführen.» (B+A, 5/2005, S.15).

Die Vorlage hat noch einen zweiten Makel: Sie enthält auch ein Neukonzept der Ferienzeit-Aktivitäten der Stadt. Der Vorschlag ist eine Abbau-Vorlage. Er höhlt die Stiftung Ferienheime innert 25 Jahre aus. Die Stiftung hat den Zweck, «die Ferienversorgung der für die Schulen der Stadt Luzern sicherzustellen, vor allem aber armen und minderbemittelten Kindern die Aufnahme in städtischen Ferienkolonien und Ferienlagern zu ermöglichen.» Nun soll der Stiftungszweck ausgeweitet werden und zum Vermögensverzehr freigegeben werden.

Ein Kreuz beim Kästchen «Konstruktives Referendum» rettet das Ferienheim Oberrickenbach und verhindert die Aushöhlung der Stiftung Ferienheime.