Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2010

Kulturraumdebatte wird tunlichst vermieden

Archiv: 5. Januar 2010

Medienmitteilung Grüne Stadt Luzern

An Silvester hat die Aktion Freiraum zum Zwecke einer kulturellen Veranstaltung friedlich ein seit langem unbenutztes und gemäss Aussagen des Eigentümers (NLZ, 5.1.10) "zum Abbruch vorgesehenes Grundstück" benützt, was rechtlich unbestritten kein korrektes Vorgehen ist. Im Anschluss daran haben zwei Jungparteien der Aktion Freiraum in hetzerischer Art und Weise kriminelle Machenschaften vorgeworfen. Medien haben den zugespielten Ball undifferenziert aufgenommen und die Aktion Freiraum auf Illegalität reduziert und ihnen dadurch "Goodwill" abgesprochen. Das eigentliche Thema, eine dringend benötigte Kulturraumdebatte, wurde dabei tunlichst vermieden!

Im Rahmen der aktuellen Stadtplanung und der Kulturdebatte rund um die "Salle modulable" stellen sich vermehrt Fragen zu Kultur und Raum. In Luzern fehlen zunehmend weniger intensiv genutzte Gebiete, welche besonders für niederschwellige Kulturschaffende oder für kreatives Kleingewerbe unentbehrlich sind. In den letzten dieser Räume auf Stadtgebiet werden als "Entwicklungsschwerpunkte" neue Nutzungen mit möglichst hoher Wertschöpfung geplant (z.B. Tribschenstadt, Industriestrasse). Da stellt sich die Frage, ob eine jahrelange bewusste Nichtnutzung eines Grundstückes trotz akuter Raumengpässe nicht ein fragwürdigeres Verhalten ist, als eine friedliche temporäre Nutzung eines Abbruchobjektes. Gerade in solchen Räumen besteht die Chance, auch durch temporäre Zwischennutzungen, kulturelle Bewegungen zu fördern und ihnen nicht vorgängig Steine in den Weg zu legen.

Das kulturelle Verständnis in der Region Luzern lebt nicht nur von KKL und Luzerner Theater, sondern vor allem auch von kreativen, spannenden und nicht zuletzt unsubventionierten Bewegungen. Dafür braucht es aber entsprechende Räume.