Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2006

Chance für den Kanton Luzern

Archiv: 19. Oktober 2006

Die kantonale Initiative "Weg vom Öl - hin zu erneuerbaren Energien!" wurde im November 2005 vom damaligen Grünes Bündnis Luzern (heute: Grüne Luzern) lanciert. Ziel der Initiative ist es, dem Kanton Luzern eine klare Vorgabe in der Energiepolitik zu geben. Mit 5351 gültigen Unterschriften wurde die Initiative am Donnerstag, 19. Oktober 2006 eingereicht (10.00 Uhr vor dem Regierungsgebäude Luzern).

Medienmitteilung Grüne Kanton Luzern

Hintergrund der Initiative sind die gravierenden Umweltbelastungen und insbesondere die Klimaerwärmung. Hinzu kommen steigende Energiepreise, immer knappere Vorräte bei den fossilen Energien und die hohe Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland.

Der Kanton Luzern braucht in der Energiepolitik eine klare Zielvorgabe, sonst verpasst er die Energiezukunft. Mit der Initiative verlangen wir Grünen, dass der Kanton Luzern den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch bis zum Jahr 2030 verdoppelt.

Die Energiewende einzuläuten ist Sache der Politik. Die Reduktion des Energieverbrauchs auf ein weltweit verantwortbares Niveau ist ein solch langfristiger Prozess, dass die heutige energiepolitische Passivität nicht tragbar ist. Wir Grüne verlangen, dass der Kanton Luzern die Geschicke selbst in die Hand nimmt und die erneuerbaren Energien stärker fördert.

Initiative war ein grosser Erfolg
Selten war es so einfach, die Unterschriften für eine kantonale Initiative zusammenzubringen. Ein Jahr lang hätten wir Zeit gehabt, 4000 gültige Unterschriften zu sammeln - nun sind es 5351 Unterschriften geworden, und dies ein Monat vor Ablauf der Sammelfrist. Wir Grünen Luzern danken allen, die unsere Initiative unterstützt haben, namentlich der SP, der CVP, dem WWF, der Pro Natura Luzern und der IG Velo.

Mögliche Massnahmen
Heute beträgt der Anteil der erneuerbaren Energien im Kanton Luzern rund 20 Prozent (inkl. Wasserkraft). Eine Verdoppelung auf 40 Prozent ist möglich mit einer Palette von Massnahmen. Einerseits müssen erneuerbare Energien massiv gefördert und andererseits der Verbrauch nicht erneuerbarer Energien markant gedrosselt werden. Von den möglichen Massnahmen greifen wir exemplarisch vier heraus:
  • kantonales Förderprogramm für erneuerbare Energien wie Holz, Sonnenenergie und Erdwärme
  • Minergiestandard als Minimalanforderung bei Neubauten und die konsequente energietechnische Sanierungen von Altbauten
  • stärkere Unterstützung des Energiesparens durch Anreize einerseits und strengere Vorschriften andererseits. So verdienen z.B. Blockheizkraftwerke und energiesparende Fahrzeuge mehr Unterstützung.
  • Reduktion des Energieverbrauchs für Mobilität durch kluge Raumplanung (bessere Durchmischung, hohe Siedlungsqualität) und konsequente Förderung des öV und des Langsamverkehrs.

Chance für den Kanton Luzern
Am 6. September 2006 wurde Rosa Rumi zur Regierungsratskandidatin der Grünen Luzern nominiert. In ihrer Rede sprach sie u.a. zum Thema Regionalpolitik. Wie gelingt es, Randregionen zu stärken? - z.B. indem man sie energieautark macht. Im österreichischen Burgenland ist dies innert zehn Jahren gelungen. Die Stadt Güssing ist heute energieunabhängig und hat 400 Arbeitsplätze sowie viel Know-how dazugewonnen.

Die gesamte Wertschöpfung bleibt in der Region, es werden keine Energiekosten an die OECD-Staaten gezahlt. Die Stadt versorgt ihre Einwohner mittels Biomasse, Biodiesel und Solarenergie und wird dadurch dank Energieüberschuss noch zur Energieexporteurin. Seit kurzer Zeit existiert auch eine Solarschule, welche die künftig in der Region benötigten Fachkräfte ausbilden wird. Das Beispiel zeigt, dass Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch sind.

Die Initiative der Grünen Luzern ist eine grosse Chance für den Kanton Luzern. Es gilt, in der Versorgungssicherheit und der Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen voranzukommen. Die Technologien, die es dafür braucht, sind vorhanden. Was noch fehlt, ist eine tatkräftige und verbindliche Politik. Die Initiative "Weg vom Öl - hin zu erneuerbaren Energien!" weist ihr dafür den Weg.