Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2006

Das GB fordert eine Entschuldigung von Regierungsrat Bühlmann

Archiv: 23. Januar 2006

Medienmitteilung Grünes Bündnis Kanton Luzern

In einem NLZ-Artikel von heute Montag, 23. Januar ("Stadtrat Ruedi Meier bricht die Rede ab") werden die frauenfeindlichen Witze, die Regierungsrat Daniel Bühlmann anlässlich der Rede vor dem Luzerner Fasnachtskomitee zum besten gab, veröffentlicht. Unter anderem soll Regierungsrat Bühlmann gesagt haben: "Noch niemand konnte mir vernünftig sagen, was Frauen in der Politik verloren haben - oder überhaupt im Berufsleben." Die anderen frauenverachtenden Witze sollen gar nicht weiter zitiert werden.

Was verraten uns diese Äusserungen über Bühlmann? Der Witz hat eine psychologische Ventilfunktion und zeigt auf, wie hoch der Leidensdruck bei Herr Bühlmann in der Geschlechterfrage sein muss.

Es zeigen sich darin ebensosehr seine gesellschaftlichen "Frauen-an-den-Herd-Vorstellungen", die nicht nur längst überholt, sondern auch unrealistisch sind. Ohne die berufliche Arbeit der Frauen stünde vieles still. Und dass Frauen in der Politik ihre Standpunkte vertreten wollen, scheint uns selbstverständlich.

Es war sein Entscheid, sich öffentlich vor den offensichtlich gleichgesinnten applaudierenden Herren des Luzerner Fasnachtskomitees sich ausgerechnet diesem Thema zu widmen. Stadtrat Ruedi Meier können wir für seine Zivilcourage nur gratulieren, wenn er dieses Gaudi nicht mitmachte und die Runde verliess.

Bühlmann hielt seine Rede nicht als Privatmann, sondern er war in seiner Funktion als Regierungsrat und Finanzdirektor eingeladen. Als solcher ist er der oberste Personalverantwortliche des Kantons. Der grössere Teil der Angestellten im öffentlichen Dienst dürften Frauen sein. Er hat wohl keine Ahnung, was diese tagtäglich in den Spitälern, in den Schulen und in der Verwaltung leisten. Nein, er meint lediglich, dass sie den Männern die Jobs wegnehmen.

Wenn ein Regierungsrat und Personalverantwortlicher ein dermassen horribles und frauenverachtendes Weltbild vertritt, kann uns das uns nicht egal sein. Wir verlangen, dass Regierungsrat Bühlmann sich für seine frauenfeindlichen Äusserungen entschuldigt. Fasnacht hin oder her!

Sollten sich seine Ansichten mit denen der SVP decken, erklärte das auch, warum in der Politik die SVP-Frauen kaum zum Zuge kommen.