Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2006

Kampf den Kampfwagen

Archiv: 9. Januar 2006

Das alte Jahr ist zu Ende gegangen und mit ihm die Jagd auf die Kampfhunde. Die Medien werden bestimmt bald etwas Neues finden, um das berühmte Januarloch zu stopfen. Die Jungen Grünen Luzern (jgrüne) hätten da mal einen Vorschlag: Sagen wir den SUVs den Kampf an.

Medienmitteilung Junge Grüne Luzern

Geländewagen wurden ursprünglich für den militärischen Einsatz konzipiert und später als Arbeitstiere für zahlreiche zivile Zwecke nutzbar gemacht. Dass Landrover, Landcruiser und Co. der Gesellschaft unzählige Dienste erwiesen und auch weiterhin erweisen werden, dagegen haben auch die jgrünen nichts einzuwenden.

Pervertierung des Geländewagens
Was die jgrünen nachdenklich stimmt, ist die zunehmende Pervertierung des Geländewagens. Zahlreiche Hersteller bauen mittlerweile Supersportwagen in Geländewagenform. Diese Fahrzeuge verfügen über ein enormes Gewicht, welches sie mit einer nicht minder gigantischen Motorenleistung auf atemberaubende Geschwindigkeiten beschleunigen können. Dass diese zweckentfremdeten Kampfwagen dabei Unmengen an Benzin schlucken, ist keine Neuheit mehr. Ebenfalls ist unbestritten, dass diese Wagen keinen praktischen Nutzen haben: Für Arbeitseinsätze sind sie zu schön und zu teuer. Es sind die Beförderungsmittel einer städtischen Oberschicht, die mit ihnen zum Sport und zum Einkauf fährt.

Gemeingefahr
Eine kriminologische Studie der Universität Lausanne hat kürzlich ans Tageslicht gebracht, dass die Lenker von Geländewagen überdurchschnittlich oft massive Geschwindigkeitsüberschreitungen begehen. Die Wagen vermitteln mit ihrem enormen Gewicht, dem Allradantrieb und den diversen elektronischen Stabilitätsprogrammen ein trügerisches Gefühl von Sicherheit. Dabei geht oft vergessen, dass auch ein SUV nur mit vier Rädern bremst. Und 2.5 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 150km/h sind nochmals eine ganz andere Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer als ein "normaler" Raser. Studien des VCS und des TCS belegen, dass ein Aufprall eines solchen SUV auf einen Fussgänger schon bei tiefen Geschwindigkeiten zu massiven Verletzungen des Opfers führt, dies wegen der kantigen Formen der Fahrzeuge und dass Lenker von Geländewagen wegen der besonders teuren Pneus oft bloss mit Ganzjahresreifen unterwegs sind, die ein deutlich schlechteres Bremsverhalten aufweisen als Winterpneus.

500 Tote jedes Jahr
In der Schweiz sterben jährlich noch immer über 500 Menschen im Strassenverkehr, darunter viele Kinder. Autos generell, Raser im Besonderen und rasende Geländewagen ganz speziell sind eine weitaus grössere Gefahr für unsere Kinder als Kampfhunde. Was muss noch geschehen, bis wir diesen mit der gehörigen Rigorosität den Kampf ansagen?