Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2005

Postulat über eine effektivere Förderung des Baustoffs Holz

Archiv: 3. Mai 2005

Postulat von Adrian Borgula, namens der GB-Fraktion

Wir ersuchen den Regierungsrat, Richtlinien zu erarbeiten, um die Umsetzung des Holzförderungsartikels nach dem Waldgesetz zu verbessern und den Baustoff Holz bei eigenen Bauten effektiver zu fördern als bisher. Die Evaluation von Bauten und Bauteilen in Holzbauweise und entsprechende politische Entscheidungen müssen frühzeitig in der Projektphase erfolgen, damit die Holzbauweise bei geeigneten Objekten bereits als Rahmenbedingung für die Projektwettbewerbe bzw.Ausschreibungen nach öBG vorausgesetzt werden kann.

Seit Inkrafttreten des Holzförderungsartikels ist zwar ein gewisser Wille zum Einsatz von Holz als Baustoff von Seiten des Kantons spürbar.Trotzdem wurde noch keine der seither gebauten grösseren kantonalen Neubauten in Holzbauweise erstellt. Am Beispiel des Projekts Dreifachturnhalle Baldegg zeigt sich die unbefriedigende Umsetzung des Holzförderartikels. Eine eigentliche Evaluation des Projekts in Holz wurde nicht durchgeführt, sondern lediglich der Umstand genutzt, dass ein Holzbauprojekt eingereicht wurde und folglich zu beurteilen war. Innerhalb der strengen Vorgaben des öBG könnte eine Bevorzugung der Holzbauweise rechtlich als eine Diskriminierung der anderen Baustoffe beurteilt werden und zu aussichtsreichen Beschwerdeverfahren führen. Also muss die Regierung oder bei grösseren Projekten der Grosse Rat in Form eines kurzen Planungsberichts oder im Rahmen eines Projektierungskredits früher im Verfahren einen Grundentscheid zugunsten der Holzbauweise treffen können, damit in der öffentlichen Ausschreibung dies als Rahmenbedingung gesetzt ist. Die zu erarbeitenden Richtlinien sollen Grundsätze für ein solches Vorgehen festlegen und bestimmen, unter welchen Rahmenbedingungen ein frühzeitiger Entscheid für eine Holzbauweise zu treffen ist.