Grüne Vorstösse im Kantonsparlament Luzern - Archiv 2005

Postulat über die Berufsschulplanung

Archiv: 24. Januar 2005

Postulat von Louis Schelbert, namens der GB-Fraktion

Die Berufsschulplanung des Kantons Luzern stellt breite Kreise nicht zufrieden. Zu ihnen gehören Unternehmen, Verbände und Lehrpersonen. Das zuerst als Top-Projekt dargestellte Top-optima verärgerte manche, es scheint nun auch der zuständigen Behörde unangemessen und zu teuer. Aber auch die neue Alternative lässt viele Fragen offen. Eigenartig wirkt, dass mit dem Umbau und der Erweiterung der Freis Schulen ein Sachzwang unverrückbar geschaffen wurde, bevor die Projektarbeiten zur Berufsschulplanung gestartet waren, und dies ohne die betroffenen Berufsverbände und die betroffenen Berufsschulen rechtzeitig zu informieren. Immerhin soll dieser Bau die öffentliche Hand rund 6 Millionen Franken an Subventionen kosten, bei totalen Baukosten von 14 Millionen Franken. Es versteht sich, dass die öffentliche Hand via Mietkosten auch den privat aufgebrachten Kostenanteil amortisiert.

Sicher geht es darum, bei der Variantenplanung Lösungen ins Auge zu fassen, die dem Kanton bei gleicher oder besserer Qualität Effizienzgewinne versprechen. Darin sind aber nicht nur die Kosten für die Verwaltung, sondern alle, so auch jene für die Betriebe, miteinzubeziehen, und auch die regionalpolitische Bedeutung der Berufsfachschulen muss berücksichtigt werden. Die Beschränkung auf die Verwaltungskosten ergibt einen zu engen Blickwinkel.

Vieles spricht dafür, bei der Variantenplanung weitere Bauten in die Evaluation einzubeziehen. Heute sind mehrere kantonale bzw. öffentliche Bauten verfügbar, und weitere werden in der nächsten Zeit frei: Frauenklinik, militärische Bauten wie Zeughäuser, AMP.

Wir bitten den Regierungsrat, die Berufsschulstandorte so zu planen, dass auf dem Boden der gesetzlichen Vorgaben

a. die Bildungsqualität,
b. die Kostenfrage (für die öffentliche Hand und für ausbildende Betriebe) und
c. die Regionalpolitik

ausgewogen berücksichtigt werden können.