Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2004

Luzern und seine Stadtdörfer - Wie gross darf eine Stadt sein?

Archiv: 13. Mai 2004

Ob Luzern und die Agglomerationsgemeinden durch einen Zusammenschluss gewinnen, ist umstritten. Auch innerhalb des Grünen Bündnisses. Was bringt ein Zusammenschluss der Gemeinden Luzern und Littau? Diese Frage versucht eine Machbarkeitsstudie zu beantworten, welche die Behörden der beiden Gemeinden in Auftrag gegeben hatte. Bis zum 15. Mai läuft eine Vernehmlassung zu diesem umfangreichen Bericht.

von Michael Töngi, RundBrief-Redaktion, Kriens

Der Bericht zeigt detailliert die Auswirkungen eines Zusammenschlusses auf. Das Grüne Bündnis Luzern und die Agglomerationsparteien haben sich mit dem konkreten Anliegen einer Fusion von Luzern und Littau auseinandergesetzt und sich dabei auch die Frage gestellt, ob generell Luzern durch einen Zusammenschluss der wichtigsten Agglomerationsgemeinden gestärkt werden soll. Im Gegensatz zur SVP oder der CHance21, welche in Kriens die Einwohnerratswahlen mit dem Slogan "Kein Grossluzern, Kriens soll ein Stadtdorf bleiben" bestritten, sind im GB die Meinungen noch nicht klar.

Erste Diskussionen haben gezeigt, dass die Stadtluzerner Partei eher für eine Fusion ist. Sie sieht eine Chance, wenn die Stadt Luzern weiter wachsen kann und durch Fusionen weitere Entwicklungsmöglichkeiten erhält. In der Stärkung des Zentrums sieht sie einen Gewinn für die ganze Agglomeration und hofft, dass das städtische Denken im Kanton mehr Gewicht erhält. Das Hauptargument lautet: Mit einem Zusammenschluss könnte die manchmal schwierige Zusammenarbeit in der Region vereinfacht werden; viele Probleme liessen sich besser lösen, wenn anstelle diverser Gemeinden, Zweckverbände und Stiftungen eine grosse Gemeinde treten würde.

Skepsis in der Agglo
Die Parteien in der Agglomeration stehen einer Fusion skeptisch gegenüber. Sie kritisieren den Demokratieverlust und befürchten eine Stärkung des Zentrums und eine Marginalisierung ihrer eigenen Interessen. Weiter argumentieren sie, dass Fusionen letztlich nur die Grenzen verschieben, aber nicht aufheben ‐ die Probleme in der Zusammenarbeit blieben also bestehen. Aufgrund der verschiedenen Positionen werden das Stadt-GB und die Agglomerations-GB verschiedene Vernehmlassungsantworten einreichen.

Die bisherigen Diskussionen wurden sehr lebhaft geführt und zeigten einen grossen Bedarf auf, sich über das Thema Gemeindefusionen auszutauschen. Es handelt sich bei diesem Thema nicht nur um eine inhaltlich komplexe Materie, sondern auch um eine höchst emotionale Angelegenheit. Deshalb will das GB die Diskussion weiterführen und ihr den nötigen Raum geben. Noch vor den Sommerferien soll zum Thema Zusammenschlüsse von Luzern mit Agglogemeinden eine Veranstaltung durchgeführt werden.

Position des GB Stadt Luzern
Position der Agglomerations-GB