Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2004

Abstimmung über den Baukredit Dula, Säli und Pestalozzi

Archiv: 26. April 2004

Am 16. Mai kommt die Schulhausvorlage zur Abstimmung. Vorgesehen sind die Sanierung des Schulhauses Dula mit der Umnutzung in ein HPS-Zentrum, die Sanierung der Turnhalle Dula, der Einbau einer Betriebsküche mit Essraum im Untergeschoss des Schulhauses Pestalozzi, der Umbau von Schulzimmern im Dachgeschoss des Schulhauses Säli sowie der Neubau der Doppelturnhalle Säli.

von Katharina Hubacher, Grosstadträtin, Luzern

Schulhaus Dula
Der schlechte bauliche Zustand des Schulhauses Dula erfordert dringend eine gründliche Sanierung. Das Gebäude wurde vor siebzig Jahren erstellt und kein einziges Mal renoviert. 1998 wurde entschieden, dass die HPS in der Stadt Luzern zwei Zentren haben soll. Für die Oberstufe der HPS wurden kürzlich die Schulzimmer in der Schulanlage Würzenbach fertiggestellt.

Künftig soll nun die HPS Unterstufe im Dula-Schulhaus untergebracht werden. Anstelle der Schulzahnklinik werden Förder- und Therapieräume eingerichtet. Die HPS-Vorstufen in der Geissmatthöhe und in der Rodtegg werden in das Dula-Schulhaus verlegt. Die Föderangebote, Therapien und der Mittagstisch - alles wird künftig in der Schulanlage Dula-Säli-Pestalozzi stattfinden. Das Dachgeschoss wird ausgebaut für Handarbeitszimmer, Sitzungszimmer und Räume für die Lehrervorbereitung. Im Erdgeschoss gibt es zudem zwei Regelkindergärten an Stelle von Ludothek und Kinderhort.

Sanierung Turnhalle Dula und Neubau Doppelturnhalle Säli
Der einzige grössere bauliche Eingriff in der ganzen Schulanlage wurde 1969 mit der Aufstockung der Dula-Turnhalle gemacht. Die entstandene Säli-Turnhalle muss nun aber aus baustatischen, städtebaulichen und denkmalmalpflegerischen Gründen abgebrochen werden. Die Dula-Turnhalle muss saniert werden, damit sie den heutigen Bedürfnissen und Sichereheitsanforderungen genügen kann.

Die Schwingerhalle wird in einen Gymnastikraum mit Spiegelfront und Kletterwand umgebaut. Im Untergeschoss werden neue Garderoben, Duschen und Toiletten eingerichtet. Der Kinderhort wird anstelle der Hauswartwohnung im Obergeschoss der Dula-Turnhalle eingerichtet. Das Raumangebot wird grösser, so dass künftig mehr Kinder in den Hort aufgenommen werden können. Die Hauswartswohnung wird über dem Hort anstelle des nicht mehr benötigten Wasch- und Trocknungsraum realisiert.

In der vorgesehenen Variante wird die neu zu bauende Doppelturnhalle Säli zu zwei Dritteln in den Boden versenkt. Das Dach der neuen Turnhalle wird wieder begrünt und soll begehbar sein. So kann die für den Neubau benützte Grünfläche ersetzt werden. Da in diesem Quartier Grünflächen sehr rar sind, ist dies ein wichtiger Aspekt.

Schulhäuser Pestalozzi und Säli
Im Untergeschoss des Pestalozzischulhauess werden zwei Schulküchen und eine Betriebsküche mit einem Essraum für die HPS eingebaut. Für die bestehende Turnhalle besteht noch kein fixes Raumprogramm. Dieser Raum könnte evtl. später für familienergänzende Betreuung genutzt werden.

Im Dachgeschoss des Schulhauses Säli werden Schulzimmer um- und ausgebaut. Dort soll künftig der Fremdsprachenunterricht HSK und die Spezielle Förderung SF angeboten werden.

Gesamtanlage Dula - Säli - Pestalozzi
Die Schulhäuser und Turnhallen sollen von einem zentralen Heizwerk mit moderner Grundwasser-Wärmepumpenanlage versorgt werden. Diese Anlage entspricht unserer Vorstellung, wie städtische Bauten und Anlagen beheizt werden sollen. Leider wird auf eine zusätzliche solare Warmwassererzeugung verzichtet. Die Anlage soll selbstverständlich rollstuhlgängig sein. Kinder, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sollen von keinen baulichen Schranken mehr behindert oder augegrenzt werden.

Die Bedeutung der Vorlage
Die Sanierung der Schulhäuser Dula, Säli und Pestalozzi wurde in Luzern lange - sehr lange - immer wieder zurückgestellt. Wer die Schulhausanlage kennt, weiss, in welch kritischem Zustand sie sich befindet. Die sanitären Anlagen sind veraltet, die Böden, Decken und Wände fleckig, abgenützt und überaltert. Beleuchtung und technische Einrichtungen entsprechen überhaupt nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Wer die Anlage nicht kennt, sollte sich nur mal den Innenhof anschauen: ein trister Platz mit wenig Ambiente. Die bestehende Grünfläche ist aber enorm wichtig, da die Kinder im Quartier sonst kaum ein entsprechendes Angebot haben. Die vorgesehene Lösung mit dem begehbaren Dach der Doppelturnhalle kann für das Quartier zu einem attraktiven neuen Aussenraum werden.

Trotz der vielen und hohen Investitionskosten, die in Luzern anstehen, darf dieses Vorhaben nicht mehr zurückgestellt werden. Kinder brauchen eine Lernumgebung die hell, freundlich und ihren Bedürfnissen entsprechend eingerichtet ist. Eine moderne Schule lebt auch von einer zeitgemässen Infrastruktur. Eine zukunftsgerichtete Stadt, die auch für Familien attraktiv sein will, braucht ensprechende Schulzentren. Was die Kinder und die Lehrschaft in der heutigen Anlage Dula - Säli - Pestalozzi antreffen, wird diesem Anspruch nie gerecht.



Städtebauliche Bedeutung
Das Säli-Schulhaus wurde zwischen 1896 und 1898 nach den Plänen der Architekten Metzger aus Zürich sowie Vogt und Griot aus Luzern gebaut, das Pestalozzi-Schulhaus 1903/04 vom Luzerner Architekten und Baudirektor Schnyder. Die beiden Bauwerke sind qualitätsvolle Beispiele des Späthistorismus. Das Dula-Schulhaus wurde 1933 vom Architekten Albert F. Zeyer erstellt. Zeyers Bauten gehören zu den bedeutendsten Beispielen für das «Neue Bauen» in der Schweiz.

Die ganze Schulanlage wurde am 18. Juli 2003 ins kantonale Denkmalverzeichnis aufgenommen und als "Bauwerk von nationaler Bedeutung" eingestuft.