Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2003

Quantensprung im öV statt Strassenbauoffensive!

Archiv: 18. Dezember 2003

Das Grüne Bündnis wehrt sich entschieden gegen die vom Kanton vorgeschlagene Strassenbauoffensive. Ein Ausbau der Strassenkapazitäten, wie dies insbesondere die gigantischen Projekte "Bypass" und "Südzubringer Luzern" mit sich bringen würden, generiert unweigerlich zusätzlichen motorisierten Strassenverkehr. Diese Projekte als öV-Förderung anzupreisen, entbehrt jeder Stichhaltigkeit und Weitsicht.

Medienmitteilung Grünes Bündnis Luzern

Das Strassenverkehrssystem in der Agglomeration ist nach jahrzehntelangem Wachstum definitiv an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Der Strassenverkehr belastet Bevölkerung, Umwelt und Bauten in unerträglichem Mass (Luftverschmutzung, erhöhter CO2-Verbrauch, Stau, Lärm, Unfälle usw.).

Das GB setzt sich deshalb für eine Trendwende ein: Die Mobilitätsbedürfnisse müssen deutlich zunehmend mit öffentlichem Verkehr, Langsamverkehr (per Velo und zu Fuss) und pfiffigem Verkehrsmanagement befriedigt werden. Die Ökobilanz des Umweltverbundes (öV, Langsamverkehr) ist um Grössenordnungen besser als jene des motorisierten Individualverkehrs.

Ein Verkehrssystem in der Agglomeration Luzern, dass sich wenigstens zaghaft in Richtung wirklicher Nachhaltigkeit bewegt, kann nur mit einem Quantensprung im öV (u.a. konsequente Busförderung und Busspuren auf den Hauptachsen, schnelle Realisierung S-Bahn, Schienenanbindung Kriens) und mit einer klugen Raumplanung bewerkstelligt werden. Die geplante Strassenbauoffensive steht völlig schief zur Finanzlage des Kantons und konkurrenziert finanziell und verkehrlich die zaghaften Schritte im Ausbau des öV.