Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2003

Ebisquare - "Wohlfühlambiance" für Ebikon

Archiv: 11. November 2003

Freizeit-, Shoppingcenter und Treffpunkt, dies alles will Ebisquare sein. Gehts nach den Promotoren, soll 2006 die erste Etappe eröffnet werden ‐ ein ehrgeiziger Zeitplan.

von Michael Töngi, RundBrief-Redaktion, Kriens

Schindler verfügt in Ebikon über grosse Landreserven, die er auch langfristig nicht mehr brauchen wird. Deshalb will Schindler die Landreserven verkaufen ‐ mitsamt Projekten und Bewilligungen, damit ein Investor nach dem Kauf gleich loslegen kann. Eines dieser Projekte ist Ebisquare, ein so genanntes Erlebniszentrum. Auf insgesamt 70 000 Quadratmetern sollen ein Erlebnisbad, eine Seniorenresidenz, Konferenzräume, Gastronomie und Läden entstehen. Die Macher des Projektes ‐ Schindler hat sich in einem Joint Venture mit der Nüesch Development AG zusammengetan - sprechen in ihren Papieren viel von der Neuartigkeit des Projektes.

"Ebisquare verbindet Freizeit und Shopping zu einem neuen Centertyp, wo Erlebnis und Atmosphäre im Mittelpunkt stehen", steht in einer Medienmitteilung. In der Mall werde ein Landschaftsraum zum Thema "exotische Schweiz" gestaltet. Ebisquare wird als erlebbare Vision bezeichnet, und mit dem Begriff Wohlfühlatmospähre verbunden. Das Center soll sich zu einem "dritten Ort" entwickeln ‐ nach dem Wohn- und Arbeitsort. Dass im Rontal Grosses geplant ist, zeigt sich auch, wenn von einem "Meilenstein für Erlebniseinkaufen in Europa sein" die Rede ist.

Auch Maja Amrein, Pressesprecherin Ebisquare, verweist auf die Funktion des Centers als Freizeitort und erklärt: "Diese dritten Orte sind in der Agglomeration vielerorts verloren gegangen." Deshalb nehme der Freizeitteil eine grosse Fläche des Zentrums ein. Allerdings: Die Bruttoverkaufsfläche ist mit 40 000 Quadratmetern nochmals bedeutend grösser als im Pilatus-Markt, der zur Zeit im Bau ist.

Ob diese schöne neue Welt in Ebikon tatsächlich entstehen wird, hängt aber nicht von atmosphärischen Fragen ab, sondern einerseits von ganz handgreiflich finanziellen und anderserseits von politischen Entscheiden. Bisher ist kein Investor bekannt, der dieses 500-Millionen-Projekt verwirklichen will. "Wir haben noch nicht intensiv nach Investoren gesucht", sagt dazu Amrein, denn zuerst wolle man einen attraktiven Mietermix suchen und alle Bewilligungen beisammen haben. Trotzdem: Der Zeitplan, welcher die Eröffnung der ersten Etappe im Jahre 2006 vorsieht, sei realistisch. Amrein: "Die Gemeindeversammlung sollte im ersten Quartal des nächsten Jahres über die Umzonung und den Bebauungsplan entscheiden."

Amrein streicht die ökologischen Anstrengungen der Planer hervor. Das Zentrum erhält ein begrüntes Flachdach und wird "fast den Minergiestandard" erfüllen. Geplant sei eine Schnitzelheizung kombiniert mit Gas, und das Bad erhalte eine biologische Wasseraufbereitung ‐ was etwas Neues sei. Ebisquare soll eine neue S-Bahnhaltestelle erhalten; die Autofahrer können direkt vom geplanten Autobahnzubringer ins Parkhaus fahren.



GB gegen den "überdimensionierten Luxustempel"
Das GB Ebikon steht dem geplanten Projekt Ebisquare absolut ablehnend gegenüber. Ebisquare will Lifestyle und Luxus bieten. Dies bedeutet für die BewohnerInnen des ganzen Rontals konkret eine enorme Mehrbelastung durch Verkehr, Lärm, Unweltbelastungen und Gefahren. Schon heute ist die vierspurige Strasse durch Ebikon mit den 60 km/h dem Verkehr durch die Gotthardröhre gleichzusetzen. Zwar versprechen die Planer, den Autobahnanschluss zu nutzen. Mit diesem ist aber, falls überhaupt, frühestens 2010 zu rechnen. Die versprochene S-Bahn-Haltestelle ist ebenfalls, falls überhaupt, erst für einen Zeitpunkt zwischen 2016 und 2020 zu erwarten.

Das GB wünscht sich eine massvolle, umweltgerechte und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung im Rontal und keinen überdimensionierten Luxustempel. Gemeinsam mit der SP Ebikon sind wir zur Zeit dabei, ein Komitee "Pro Lebensqualität im Rontal" zu gründen. Am 8. November ist eine erste Aktion geplant. Vor der Ladengasse simulieren wir ein Erlebnisbad, sammeln Unterschriften für eine Petition und machen die Bevölkerung und AutofahrerInnen mit Transparenten an der Fussgängerbrücke auf den geplanten Grössenwahnsinn aufmerksam.