Artikel und Pressemitteilungen - Archiv 2003

Den Jungen eine Zukunft mit Beruf!

Archiv: 24. April 2003

Am 18. Mai kommt die Lehrstellen-Initiative Lipa zur Abstimmung. Das Grüne Bündnis ist Mitglied des Luzerner Unterstützungskomitees und empfiehlt im Interesse der Jungen und im Interesse der Wirtschaft die Ja-Parole.

von Louis Schelbert, Koordinator des Luzerner Komitees "Ja zur Lehrstelleninitiative Lipa"

Gesamtschweizerisch herrscht ein Mangel an Lehrstellen. Im Kanton Luzern finden immer weniger SchulabgängerInnen ihre Wunschlehrstelle. Denn immer weniger Betriebe bieten Lehrstellen an. Die Lehrstellen-Initiative möchte, dass die Wirtschaft ihre Verantwortung für die Berufsbildung wieder besser wahrnimmt.

Das liegt in ihrem eigenen Interesse. Keine Branche kommt ohne Nachwuchs aus. Und es liegt im Interesse der jungen Menschen: Wer heute ohne Berufsabschluss ins Erwerbsleben treten muss, läuft Gefahr, später auf der Strecke zu bleiben. Das bringt den Betroffenen und der Gesellschaft Probleme. Deshalb ist es wichtig, dass alle einen Berufsabschluss erlangen können. Dieses Ziel ist mit Lipa zu erreichen. Die Initiative enthält das verfassungsmässige Recht auf eine Ausbildung.

Lipa verbessert die Krisenresistenz
Heute stellen wir fest, dass die Ausbildungsrate parallel zu wirtschaftlichen Krisen und Konjunkturschwankungen verläuft. In Krisenzeiten wie jetzt wird der Lehrstellenmangel besonders deutlich spürbar. Das darf nicht sein: Oder sollen momentane wirtschaftliche Störungen mitentscheiden, ob junge Menschen eine Ausbildung anfangen können oder nicht? So lobenswert das aktuelle Engagement der Neuen LZ und die Kampagnen anderer für die SchulabgängerInnen 2003 sind. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Aktionen auch 2004, 2005, 2006 usw. wiederholt werden. Die Lehrstellen-Initiative glättet derartige Ungleichheiten. Sie stellt die Berufsausbildung auf eine krisenresistentere Grundlage, indem sie via finanzielle Anreize das Ausbildungsangebot besser absichert.

Solidarische Selbsthilfe der Wirtschaft
Kern der Initiative ist die Äufnung eines Ausbildungsfonds. Aus diesem werden Betriebe finanziell entlastet, die ihre Ausbildungsverantwortung wahrnehmen. Sie werden für ihr Engagement abgegolten von jenen, die nicht ausbilden. Der entsprechende Fonds wird mit rund zwei Promille der Gesamtlohnsumme eines jeden Betriebes geäufnet. Der Staat leitet die Mittel in Absprache mit den Sozialpartnern zielgerichtet weiter.

Dieses solidarische Prinzip der Selbsthilfe stärkt die Selbstverantwortung der Wirtschaft und das duale Berufsbildungssystem. Es werden keine staatlichen Mittel verwendet und auch keine Mittel für den Staat abgeleitet. Die Einlagen dienen einzig dem Zweck der Ausbildung. Das System funktioniert nicht nur in den Kantonen der Westschweiz bestens, sondern auch im Kanton Luzern innerhalb der Aerzteschaft zu Gunsten von Lehrstellen für medizinische Praxisassistentinnen. Hier wie dort zeigt sich auch: Der administrative Aufwand für die Erhebung und Verteilung der Mittel ist minimal.

Ja zu Brückenangeboten, aber nicht als Alternative
Der Staat hilft den SchulabgängerInnen ohne Lehrstelle mit Brückenangeboten (SOS, 10. Schuljahr). Das ist richtig so. Er sollte auch bei öffentlichen Aufträgen die Frage der Ausbildung als Vergabekriterium einsetzen, er könnte steuerliche Anreize schaffen, eventuell die Lehrmeister bei den Schulgeld-Beiträgen entlasten. Solche Vorschläge machen auch Arbeitgeber. Sie belasten jedoch alle den Staat. Die Inkonsequenz von Lipa-Gegnern treibt seltsame Blüten: Sie werfen der Initiative wider besseres Wissen «Verstaatlichung der Berufsbildung» vor und verlangen selbst stärkere Staats-Krücken. Ausgerechnet! Tatsache ist: Mit der Initiative würde sich die Wirtschaft selbst helfen und die duale Ausbildung fördern.

Die Lipa braucht unser Ja.